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Private oder gesetzliche Krankenversicherung?

Autor: Kerstin
abgelegt in: Mensch

In Deutschland gibt es keine uneingeschränkte Wahlfreiheit bei der Krankenversicherung. Die meisten Bürger haben einen gesetzlichen Krankenschutz, weil sie nicht die Voraussetzungen erfüllen, die für einen Eintritt in die private Krankenversicherung (PKV) vorgegeben sind.

Erst ab einer bestimmten Einkommenshöhe ist eine private Krankenversicherung für einen abhängig Beschäftigten überhaupt möglich. Diese Schwelle wird Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt und jedes Jahr neu bestimmt. Beamte bilden einen Sonderfall, denn sie bekommen vom Staat eine Beihilfe und müssen deswegen nur einen Teil ihrer Krankenversicherung privat abdecken. Die freie Wahl haben nur Selbstständige. Auch bei einem geringen Einkommen ist der Übertritt in die PKV möglich.

Von Kritikern wird das deutsche Gesundheitssystem oft als Zwei-Klassen-Medizin bezeichnet. Die meisten Patienten müssen mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auskommen, während eine kleine Gruppe von den Vorzügen der PKV profitiert.

Im jetzigen System hat die GKV den Vorteil, dass die Beiträge abhängig vom Einkommen sind. Das ist bei der PKV nicht der Fall. Das kann zu einem Problem werden, wenn die Arbeitsstelle gewechselt werden muss, weil ein Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät. Die PKV funktioniert nur dann gut, wenn das Arbeitseinkommen wenigstens konstant bleibt. Da die Prämien einer privaten Krankenversicherung im Laufe der Jahre ansteigen, sollte allerdings im besten Fall auch das Einkommen steigen.

 Krankenversicherung ist eine Pflicht

In Deutschland muss jeder Bürger von Gesetzes wegen eine Krankenversicherung haben. Wenn man die Wahl hat zwischen PKV und GKV, sollte man sich Zeit lassen bei der Entscheidung. Eine gute Beratung ist im Einzelfall sehr wichtig. Es gibt z.T. auch Sonderlösungen für bestimmte Berufsgruppen. So können Künstler und Schriftsteller z.B. Mitglied in der Künstlersozialkasse werden.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung reichen aus, um die normalen Risiken abzudecken. Deswegen ist es nicht unbedingt nötig, Mitglied in einer PKV zu werden. Jede Zusatzleistung muss durch eine höhere Prämie finanziert werden. Diesen „Luxus“ sollte man nur dann gönnen, wenn die finanziellen Mittel nicht für andere Ausgaben benötigt werden.


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