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Friendsurance: Versicherung über die eigenen Freunde

Autor: Kerstin
abgelegt in: Allgemein

Friendsurance ist ein Start-up-Unternehmen aus Berlin, das mit seiner Versicherungsidee derzeit für Aufregung sorgt und Kontroversen unter Experten auslöst.

Friendsurance: Freunde versichern Freunde ©Flickr/Lord Cuauhtli

Die Idee hinter Friendsurance ist einfach: Eine Versicherung soll über einen Gruppentarif gemeinsam mit Freunden abgeschlossen werden, die sich so die Kosten teilen und sie durch ein gemeinsames Sicherheitsnetz möglichst niedrig halten. In der Theorie hört sich dieses Konzept durchaus viel versprechend an, doch Experten warnen vor den Risiken einer solchen Gemeinschaftsversicherung.

Friendsurance: So funktioniert die „soziale Versicherung“

Das Prinzip von Friendsurance ähnelt dem einer normalen Versicherungsvermittlung mit Bonus-Rückzahlung: Jemand schließt hier eine Versicherung mit der sogenannte Freundoption zu einem bestimmten festgelegten Versicherungsbetrag an. Dann überredet er einige Freunde, mit einzusteigen. Denn bleibt ein Schadensfall aus, bekommt jeder einen umso höheren Anteil seines Beitrages nach Ende des Versicherungsjahres wieder ausgezahlt, je mehr Freunde sich seiner Gruppe anschließen; mit jeder Verbindung gibt es also im Schadensfreiheitsfall eine höhere Rückzahlung.

Tritt doch der Schadensfall ein, wird ein festgelegter Beitrag von jedem einzelnen Gruppenversicherten gezahlt – Bei der Haftpflicht sind es 30 Euro, bei Hausrat- und Rechtsschutz 50 Euro. Je mehr Freunde sich zusammenschließen, desto größer ist das Sicherheitsnetz und die Chance, den Schaden komplett aus eben diesem zu zahlen. So trägt man die Kosten für einen Schaden also gemeinsam, Jeder stützt Jeden. Was über die Summe des Sicherheitsnetzes hinausgeht, zahlt die Versicherung, während gleichzeitig natürlich der am Ende des Jahres ausgezahlte Bonus schrumpft. Die Abwicklung des Schadensfalls übernimmt Friendsurance.

Vor- und Nachteile von Friendsurance

Selbst bei mehreren Schadensfällen innerhalb eines Versicherungsjahres sollen die gemeinsamen Kosten jedoch niemals die Ersparnisse und auch nicht die Kosten einer üblichen Versicherung übersteigen. Friendsurance ist so im Idealfall eine günstigere Alternative zur üblichen  Versicherungsvermittlung und das Prinzip Jeder für Jeden soll nicht nur für einen angemessenen Umgang miteinander sorgen, sondern auch das Auftreten von Fehlverhalten und Versicherungsbetrug minimieren.

Doch das funktioniert natürlich nur, wenn sich alle Mitglieder der Gruppenversicherung auch wirklich an die gemeinsamen Absprachen halten. Im schlimmsten Fall können Streitigkeiten Lücken in das Sicherheitsnetz reißen, denn die Verbindungen zwischen den Freunden können jederzeit gelöst werden. Will also einer der Beteiligten nicht zahlen, können die Anderen wenig dagegen tun. Verbraucherschützer und auch die Gründer von Friendsurance selbst empfehlen daher, unbedingt nur auf Freunde zu setzen, denen man vollkommen vertraut.

Anders herum kann sich einer der Freunde benachteiligt fühlen, wenn sein Bonus durch die Schäden Anderer schrumpft, während er selbst nie einen Schaden verursacht. Nicht jede Freundschaft kann so eine Probe aushalten. Außerdem muss man seine Freunde erst einmal von dem Konzept überzeugen und genügend Bekannte zum Mitmachen animieren, damit die Kostenrechnung aufgeht. Und nicht alle auf Friendsurance vertretenen Versicherungen bieten die Möglichkeit der Freund-Option an, möglicherweise kann man zu diesem Zweck also nicht den günstigsten Tarif auswählen.

Die Idee ist dennoch sinnvoll, bleibt nur abzuwarten, ob sie sich in der Praxis durchsetzen kann.


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