Die seit langem beschlossene und immer wieder verschobene Reform der deutschen Pflegeversicherung tritt ab morgen 1. Juli endlich in Kraft. Konkrete Änderungen betreffen vor allem die Demenzpflege und die ambulante Pflege - vielen Interessensgruppen gehen die Änderungen der Reform nicht weit genug.
In der ambulanten Pflege werden die Prämien in allen drei Klassen bis 2012 um ca. 35 Euro erhöht. In der stationären Pflege dagegen gibt es nur Erhöhungen in der Klasse 3 und bei Härtefällen. Die genaue Erklärung der einzelnen Klassen finden sie hier. Außerdem werden Demenz- und insbesondere Altzheimerpatienten Erleichterungen in der Pflegeversicherung bekommen.
In diesen Fällen deckt die Versicherungssumme nämlich nicht mehr nur wie bisher Pflege und Essensversorgung ab, sondern soll mit einem Maximalbetrag von 2400 Euro pro Jahr auch den Unterhalt von Pflegern, beispielsweise zur Betreuung, abdecken.
Verständlich, dass insbesondere den Pflegebedürftigen die Änderungen im System noch nicht weit genug gehen dürften. Schließlich sind die 360 Euo mehr im Jahr nicht genug, um wirklich gravierende Änderungen in der Lebenssituation der Pflegebedürftigen herzustellen. In Aussicht gestellt wurde außer den angesprochenen Änderungen ein 10-tägiger Freiraum für Arbeitnehmer, die ihre Angehörigen pflegen wollen. Ob sich diese Änderung aber durchsetzen wird, steht noch in den Sternen.
Also: Viel Wind um erstmal relativ wenig, es bleibt zu hoffen, dass das nicht die letzte Reform der Pflegeversicherung gewesen ist. Sonst ist weiterhin eine private Zusatzpflegeversicherung wichtig.